Thüringen als Hochburg der Griffel-, Masken- und Puppenmacher

Längst vergangenes Kunsthandwerk in Thüringen

Griffelhersteller und Maskenmacher

Während Ihres Urlaubs im wunderschönen Freistaat Thüringen können Sie vielerorts neben der herrlichen Naturlandschaft, dem reichhaltigen Angebot an Sport, Kultur und Unterhaltung sowie den erstklassigen Shoppingmöglichkeiten auch heute noch Kunsthandwerk aus längst vergangenen Zeiten entdecken.

Thüringen ist seit vielen Jahrzehnten für sein Kunsthandwerk berühmt. Viele der thüringischen Handwerksprodukte erlangten weit über die regionalen Grenzen hinaus einen sehr hohen Bekanntheitsgrad.

Manches Kunsthandwerk können Sie heute nur noch in den Museen bewundern und anderes lebt bis heute in den kleinen Werkstätten und Manufakturen fort.

Die älteren Menschen unter Ihnen erinnern sich sicher noch an die Schiefertafeln und Griffel aus der Schulzeit. Diese waren vom 17. bis zum 20. Jahrhundert die am häufigsten gebrauchten Schreibutensilien der Schüler.

Unzählige Menschen nicht nur in Deutschland sondern in vielen Ländern der Welt lernten mit Schiefergriffeln aus dem ostthüringischen Steinach rechnen und schreiben. Bis zum Jahr 1968 wurden rund 30 Milliarden Schiefergriffel in Thüringen hergestellt. Einen sehr interessanten Einblick in das Leben und die Arbeit der Griffelbauer erhalten Sie im Schiefermuseum in Steinach und im Museum für Thüringer Volkskunde in Erfurt.

Neben den Griffelbauern erlangten auch die Thüringer Maskenmacher weltweit Ruhm und Anerkennung. So verließen Ende des 19. Jahrhunderts unzählige Kasperle und Harlekine, Polizisten und Generäle, Trottel und Landstreicher die Thüringer Maskenmacherwerkstätten und traten ihre Reise in viele Regionen der Welt an.

Große amerikanische Warenhauskonzerne bestellten vorrangig Kürbiskopf, Tod und Glotzauge, teilweise gleich Zehntausende von einem Modell.

Was als Nebenproduktion der thüringischen Puppenmacher begann, entwickelte sich zur gewerblichen Massenproduktion und Thüringen wurde zum Zentrum der Maskenherstellung.

Der bekannteste unter ihnen ist der Sonneberger Maskenfabrikant Julius Bähring, welcher auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 einen Grand Prix erhielt und über 200 verschiedene Masken laut Katalog herstellte.

Im Museum für Thüringer Volkskunde in Erfurt können Sie die letzte historische Maskenmacherwerkstatt bestaunen, in welcher der letzte thüringische Maskenmacher noch bis 1979 gearbeitet hat.